Nesselsucht – Behandlung und Therapie

Wie wird Nesselsucht behandelt?

Nesselsucht lässt sich behandeln und die lästigen Symptome können mit einer erfolgreichen Behandlung fast immer gelindert oder sogar beseitigt werden. Wenn Sie wissen, welche Stoffe bei Ihnen Nesselsucht auslöst, dann können Sie diese entweder einfach meiden – oder Sie lassen eine Hyposensibilisierung durchführen. Wird Ihre Nesselsucht durch physikalische Reize wie Wärme, Kälte, Druck oder Licht ausgelöst, können Sie die auslösenden Reize vermeiden, so gut es geht. Hier kann die Haut – ähnlich wie bei der Hyposensibilisierung – manchmal auch langsam an diese Reize gewöhnt werden.

Beispiel einer Gewöhnungsbehandlung

Eine Gewöhnungsbehandlung bei einer Nesselsucht wegen Kälte wird mit einem kühlen Reiz begonnen, bei dem noch keine Symptome der Nesselsucht auftreten. Täglich mehrere Male wird die Haut an die Kälte gewöhnt. Dabei können Sie beispielsweise die Arme mit Umschlägen kühlen oder Sie duschen sich kühl ab. Aber diese Behandlung funktioniert nur dann, wenn Sie diese wirklich regelmäßig und täglich durchführen. Gönnen Sie sich dagegen einige Tage Pause, ist der ganze bis dahin erzielte Fortschritt dahin. Weil der Körper auch auf diese Reize heftig reagieren kann, muss diese Art der Gewöhnungsbehandlung einer Nesselsucht unbedingt unter Aufsicht eines Arztes stehen.

Medikamente gegen Nesselsucht

Wenn die Haut juckt, verordnet Ihnen der Arzt bei allen Formen der Nesselsucht Antihistaminika. Diese lindern die Entzündung und stillen den Juckreiz. Weil Antihistaminika die Auswirkungen der Histaminausschüttung durch die Mastzellen unterdrücken, werden die Quaddeln und der damit verbundene Juckreiz zumindest reduziert.

Antihistaminika

Was ist bei Antihistaminika zu beachten?

Auch wenn es sich bei Antihistaminika um rezeptfreie Mittel handelt, sollten Sie diese nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt anwenden. Denn nicht alle Medikamente wirken bei jedem Menschen gleich. Da Sie mit Hilfe dieser Medikamente die Symptome gut in den Griff kriegen können, ist die Behandlung mit Antihistaminika sehr hilfreich. Allerdings sollten Sie dabei bedenken, dass diese Medikamente auch Nebenwirkungen haben.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Zwar weisen die neueren Generationen von Antihistaminika deutlich weniger Nebenwirkungen auf als die früheren, aber bei längerer Anwendung kann es durchaus zu Schlafstörungen, Übelkeit, Verdauungsbeschwerden oder einem trockenen Mund kommen. Es bestehen außerdem Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Wenn Sie an Herzrhythmusstörungen leiden, sollten Sie ebenso Ihren Hautarzt darüber informieren wie bei Leber-, Nieren-, oder Augenerkrankungen.

Die Dosierung der Antihistaminika sollte durch Ihren Arzt festgelegt werden, je nachdem, wie stark Ihre Beschwerden sind. Bei Nesselsucht kann es vorkommen, dass Ihr Arzt bei Bedarf eine höhere Dosis an Antihistaminika verordnet als auf dem Packungszettel angegeben ist.

Antihistaminika und Alkohol

Zwischen den neueren Generationen von Antihistaminika und Alkohol sind keine Wechselwirkungen bekannt. Sie brauchen also nicht zwangsläufig auf ein Glas Wein oder Bier zu verzichten. Trotzdem kann die Kombination aus Antihistaminika und Alkohol die Wirkung weiterer Medikamente verstärken, besonders bei Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Deswegen empfiehlt es sich, während der Einnahme von Medikamenten auf Alkohol zu verzichten.

Antihistaminika und Grapefruit

Bekommen Sie Antihistaminika von Ihrem Hautarzt verordnet, dann weist er Sie meistens darauf hin, dass Sie während der Einnahme dieses Medikaments keine Grapefruit essen – und auch keinen Grapefruitsaft trinken sollten. Im Grapefruitsaft sind Stoffe enthalten, die den Körper daran hindern, Antihistaminika abzubauen. Dadurch kann es zu Überdosierungen des Medikaments kommen, die für Sie gefährlich werden können.

Cortison

Bei Hautkrankheiten ist Cortison ein häufig verwendetes Standardmedikament: Der Wirkstoff lindert Entzündungen hervorragend. Cortison ist eigentlich ein Hormon, das im Körper ebenfalls vorkommt. Als Medikament wird es in höherer Dosierung und in modifizierter Form eingesetzt. Solange Sie Cortison nur kurzfristig nehmen, gilt die Behandlung als unproblematisch. Lediglich bei längerer Behandlung mit Cortison kann es zu Nebenwirkungen kommen.

Notfall-Set bei Nesselsucht

Wenn Sie an einer schweren Nesselsucht leiden, sollten Sie ständig ein Notfallset bei sich tragen. In diesem sind Antihistaminika und Cortison enthalten. Bei einer schweren Nesselsucht können Ihre Atemwege so anschwellen, dass akute Erstickungsgefahr besteht. Mit den Medikamenten können Sie die Schwellungen in Gesicht und Rachenraum schnell selbst behandeln, sollten allerdings trotzdem sofort einen Notarzt aufsuchen.

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